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Neue Dampfturbine für Stromerzeugung aus Sonderabfällen

Franke + Pahl übernimmt elektrische Einbindung bei der AVG

Von links: P. Isenberg (Franke + Pahl) mit Dr. Ch. Helling (AVG)

Die AVG Abfall-Verwertungs-Ges. mbH betreibt in Hamburg-Billbrook eine der größten und modernsten Hochtemperatur-Verbrennungsanlagen weltweit. Bis zu 150.000 Tonnen Sonderabfälle wie Öle, Pflanzenschutzmittel, Farben und Lacke, verunreinigte Böden, Laborabfälle und vieles mehr können hier jährlich behandelt werden. Viele der Sonderabfälle kommen auch aus dem Ausland. Die AVG profitiert hier von der Nähe zum Hafen. Das Unternehmen übernimmt neben der Entsorgung das gesamte Abfall-Management von der Aufstellung von Sammelbehältern bis zum Transport und der fachgerechten Lagerung.

Der durch die Abfallverbrennung entstehende, etwa 400°C heiße Dampf wird in das Hamburger Fernwärmenetz eingespeist. Der Kessel erzeugt einen Druck von ca. 22 bar. Da das Fernwärmenetz im Durchschnitt mit 15 bar betrieben wird, wurde bisher die Druckdifferenz über eine Dampfreduzierstation ausgeglichen. Zukünftig wird diese Druckdifferenz genutzt, so dass über eine Gegendruck-Dampfturbine aus einem Teil des Dampfs Strom erzeugt wird. Entsprechend wurde die Anlage erweitert um Turbine und Generator mit 1 MW Leistung, Entspanner-Behälter, Messstellen, die entsprechende Leit- und Steuerungstechnik und die Einspeisung. Verschiedenste Gewerke kamen hier zusammen – Franke + Pahl war verantwortlich für die Planung und Umsetzung der elektrotechnischen Einbindung. Zu unseren Aufgaben gehörte die Verkabelung von 38 Messstellen für Temperatur, Druck, Durchfluss, Leitfähigkeit und Differenzdruck, die Anbindung der Turbine an das Leit- und Steuerungssystem, die elektrische Einbindung von 49 Ventilen und Endschaltern, das Konfigurieren der Prozesswerte auf Grund von Messungen, die elektrische Anbindung des Generators an die Mittelspannungsanlage über ein 10 kV-Kabel, die Auswahl aller geeigneten Kabel, Anschluss der Brandmeldeanlage, Verkabelung und Anschluss des Einspeisemanagements u. v. m. Insgesamt wurden 7.552 m Kabel verbaut. Auf Grund von hohen Temperaturen und hohem Druck sind die richtige Einbindung und Konfigurierung von Sensoren, Ventilen, Pumpen, Einspritzwasser und Umleitstationen und vor allem Not-Aus-Einrichtungen besonders wichtig.

Während Franke + Pahl Projektleiter Stephan Curtz den Fortschritt des Projekts und die kaufmännischen Aspekte überwachte, war sein Stellvertreter Peter Isenberg für die technische Umsetzung verantwortlich. Über fast drei Monate waren neben der Projektleitung 4–5 Elektroniker vor Ort. Alle mussten höhentauglich sein und teilweise auf einer Bühne und mit Absturzsicherung arbeiten.

Von AVG-Seite steuerte Projektleiter Dr. Christoph Helling alle Gewerke, unser Ansprechpartner für die Elektrotechnik war Markus Wentzler. Sehr zufrieden waren beide mit der professionellen Planung und Ausführung, der Flexibilität und der direkten Kommunikation.

Ihr Ansprechpartner:
Manfred Landowski
Tel. 040/736 27-130
m.landowski(at)franke-pahl.de