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Hamburgs neues Feuerlöschboot setzt Maßstäbe

Auftrag für Hauptschalttafel, Alarm- und Monitoring-System sowie Visualisierung

Von links: M. Pick, P. Beisel, W. Knupper

In vollem Einsatz

Hamburg hat ein neues Feuerlöschboot, das modernste und leistungsstärkste in ganz Europa. Die „Branddirektor Westphal“ hat drei Wasserwerfer, die Wasser jeweils 180 m weit und bis zu 110 m hoch werfen können, sowie zusätzlich drei kombinierte Wasser- und Schaumstrahlrohre. Die Pumpen befördern pro Minute bis zu 120.000 l Löschwasser, das direkt aus der Elbe kommt. Das Schiff – 43,5 m lang, 10 m breit, 2,80 m Tiefgang – setzt Maßstäbe. Es wird zur Brandbekämpfung, Personenrettung und technischen Hilfeleistung eingesetzt. Zum Schutz der Besatzung besitzt die Branddirektor Westphal einen gegen Gas geschützten Bereich und eine Berieselungsanlage. Dieses hochmoderne Feuerwehrschiff gehört der Flotte Hamburg GmbH & Co. KG, einer Tochter der Hamburg Port Authority AöR (HPA). Die Feuerwehr Hamburg chartert und betreibt es. Gebaut wurde das Löschboot von der Fr. Fassmer GmbH & Co. KG Werft in Berne. Franke + Pahl bekam den Auftrag für die Lieferung der Hauptschalttafel inkl. Energiemanagement, der Energieverteilung an Bord sowie eines Alarm- und Monitoring-Systems mit diversen Steuerungsfunktionen, wie z. B. für das Tankmanagementsystem. Das notwendige Know-how und die jahrelange Erfahrung als Siemens Solution Partner Automation bringen wir mit – ob nun in der Factory Automation oder auch bei der Konzeption von Hauptschalttafeln für die Energieverteilung.

Um das Löschboot immer einsatzbereit zu halten und Störungen schnellstmöglich zu erkennen, haben wir das zentrale Alarm- und Monitoring-System (AMS) geliefert. Dieses besteht aus zwei speicherprogrammierbaren Steuerungen der Siemens S7-1500 Baureihe sowie einem Siemens Box Industrie-PC. Die Projektierung erfolgte mit der Software TIA V14 SP1. Es existieren um die 2.500 Mess- bzw. Steuerstellen. Das ProfiNet-Netzwerk an Bord umfasst insgesamt 35 Teilnehmer, darunter diverse Schnittstellenumsetzungen, z. B. von Modbus oder CAN-Bus auf ProfiNet. Die Visualisierung wird auf sieben Monitoren dargestellt. Die Visualisierungssysteme SIMATIC WinCC RT Professional und WinCC Advanced kamen zum Einsatz. Diese Lösung bietet der Bedienmannschaft volle Transparenz bei den Einsätzen und ermöglicht es, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Für die Stromversorgung befinden sich insgesamt drei Dieselgeneratoren (2 x 563 kVA und 1 x 125 kVA) an Bord. Des Weiteren kann der elektrische Landanschluss (125A) genutzt werden. Die Konstruktion und Projektierung der Steuerung, der Hauptschalttafel sowie 15 weiterer Schaltschränke erfolgten mit EPLAN P8, ausgeführt nach einem speziellen Standard der HPA. Gebaut wurde alles in unserer eigenen Schaltanlagenfertigung. Eine große Herausforderung bei der Hauptschalttafel, die die gesamte Energie an Bord verteilt, war der zur Verfügung stehende Platz. Bei einer werftseitig vorgegebenen maximalen Schaltanlagenbreite von nur 3,6 m mussten die Kollegen schon hervorragende Arbeit in der Elektro-Konstruktion und Schaltschrankfertigung leisten, um derartig große elektrische Leistungen auf einem derart geringen Raum-Volumen sicher zu verteilen. Das Engineering-Projektteam von Franke + Pahl bestand aus bis zu fünf Kollegen, die in der Konstruktion, Softwareentwicklung, Visualisierung und den Inbetriebnahmen tätig waren. Die Leitung und Koordinierung des Projektteams lag bei Franke + Pahl Projektleiter Matthias Pick. Das Projekt erforderte eine dreimonatige Anwesenheit vor Ort auf der Werft, um die Arbeiten und Terminpläne zu überwachen und um sich mit anderen Gewerken abzustimmen sowie Wünsche und Anpassungen einfließen zu lassen.

Ihr Ansprechpartner:
Joerg Maibaum
Tel. 040/736 27-140
j.maibaum(at)franke-pahl.de